Die paar Meter allein zu laufen, ohne Kinderwagen und ein schnatterndes Kind an Hand – die Welt schien mir anders zu sein. Meine Wahrnehmung, Bewegungsablauf, Blick – ungewöhnlich. Ich habe mir mich ohne Kinder vorgestellt. Und die Zeit, unendlich viel Zeit für mich. Dieses Gefühl können wirklich nur Mütter nachvollziehen.

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Woher nehmen wir nur so viel Energie und Motivation? Ja, der berühmt berüchtigte Mutterinstinkt macht das schon. Eine unglaubliche Kraft bewegt uns, Mütter, durch den Tag, mal mehr, mal weniger. Schade, dass diese Mutterkraft in unserer Gesellschaft nicht anerkannt wird. Es heißt so schön „Kinder haben einen anderen Stellenwert“

„Früher waren junge Frauen und Männer erst als erwachsene Personen voll anerkannt, wenn sie ihre eigene Geld verdienten, verheiratet waren und eigene Kinder hatten. Heute dagegen sind kinderlose Erwachsene kaum mehr der Ansicht, dass Kinder ihr gesellschaftliches Ansehen erhöhen würden.“

„Dabei zeigte sich, dass Kinder heute einen anderen Stellenwert haben als in der Vergangenheit. Nur noch 45 Prozent der kinderlosen Erwachsenen glauben, dass Kinder ihr Leben bereichern und glücklicher machen würde.“ (Artikel Auszug Welt)

Traurig, aber wahr. Teilweise kann ich es auch bestätigen. Leider.

Ich kenne sehr viele Frauen, die sich gegen ein Leben mit Kind (bewusst und unbewusst) entschieden haben. Weil es unsere Gesellschaft nicht honoriert, weil es uncool ist, weil es nicht zum Lebensstil passt. „Mutter“ klingt schon fast verstaubt, mittelalt, unattraktiv, einfach nicht hip. Die Energie und Kraft, die von uns Müttern ausgeht, wird verpufft, klein gehalten, nicht ernst genommen. Die Gesellschaft interessiert sich für andere Themen.

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Was wäre denn die Gesellschaft ohne uns Mütter, ohne die Basis, die dahinter steht – wie ein Baum ohne Wurzel? Diese Frage steht aber nicht zu Debatte. Debattiert wird über andere Angelegenheiten. Das Thema „Mutter sein und Mutter werden“ steht eher in den Geburtstvorbereitungskursen oder in der Krabbelstunde auf der Agenda. Die Politik zieht sich hier gern dezent heraus. Höchstens die Geburtsstatistik wird ein Mal jährlich diskutiert.

Es ist selbstverständlich, dass wir Mütter funktionieren. Dass wir Kinder gut erziehen, dass wir nebenbei arbeiten, dass wir unseren Alltag beherrschen. Sind wir denn noch Frauen? – ach uninteressant, wenn wir Mütter sind.

Mütter drängen sich nicht in den Vordergrund – weder politisch, noch gesellschaftlich. Mutter sein ist selbstverständich und naturgemäß. Ich finde, Mutter zu sein – etwas großartiges und einmaliges. Mit allem drum und dran, mit allen unzähligen durchwachten Nächten, Windelbergen und beruflichen Rückschlägen. Wir sollten uns mal selbst feiern (warum fällt eigentlich Muttertag immer auf ein Sonntag?)! Ich bin jedenfalls stolz auf alle Mütter der Welt, auf die immer nicht endende Mutterkraft, an unerschöpflichen Mutterinstinkt, auf unsere Wurzelkraft, auf unseren STELLENWERT. Und auf unsere Kinder.

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6 Gedanken zu “Mütter

  1. Danke! Es tut so gut, das zu hören… und du hast Recht… warum feiern wir uns nicht einmal selber?? ich denke, ich werde dies tun (nicht heute, aber vielleicht demnächst, wenn der Zwerg bei den Großeltern ist, und der Mann wo anders… dann werde ich mich selber heiraten – denn gemeinsam mit mir, kann ich wohl alles schaffen!)

    1. Im Einklang mit sich selbst kann man alles schaffen, da hast Du Recht. Wenn jede Mutter um Ihren „Stellenwert“ kämpft, dann findet hoffentlich das „Muttersein“ seine berechtigte Position in unserem Wertesystem.

      Und danke für die Verlinkung, hat micht sehr gefreut.

  2. Wie gut das tut Deine Worte zu lesen!
    Was für einsc höenr Post/Text – DANKE dir 😀
    Ich bin froh auf Deinen Blog gestossen zu sein, sehr zauberhaft finde ich.
    Hie rbleib ich. ^^
    Alles Liebe
    MamaMia

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