Neulich las ich hier diesen klugen Satz

„Es kann auch sehr anstrengend sein, wenn man nicht nach seinem Tempo leben kann“

und viel darüber nachgedacht, ob auch ich nicht nach meinem inneren Lebenstempo lebe. Wie ist eigentlich mein Tempo?

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Die Hetze und die Jagd nach der Zeit bestimmen manchmal den Alltag. Manchmal kann es auch sehr zermürbend sein. Verschlafen, nicht geschafft, zu faul gewesen – Selbstvorwürfe. Es ist nicht mein Tempo. Ich mag es nicht mich beilen zu müssen, Kinder zu hetzen und an wichtigen Details vorbei zu leben. Aber leider ist es oft der Fall.

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Mein Lebenstempo ist der Müßiggang ohne den negativen Touch, einfach zu Leben, Details des Lebens wahrnehmen und mich an Kleinigkeiten zu erfreuen.

Mein Lebenstempo ist das minutenlange Anschauen eines Pusteblumenschirmchens und das Erklären „warum es fliegen kann“ meiner fünfjährigen Tochter

Mein Lebenstempo ist Kochen mit Gewürzen – an jedem Gewürz riechen und Konsistenz bewundern

Mein Lebenstempo ist Laufen im Wald – grüne Waldluft einatmen, Geräusche hören, Bäume berühren  – keine Kopfhörer und kein Handy dabei

Mein Lebenstempo ist zu träumen ohne schlechtes Gewissen zu haben, dass die Spülmaschine nicht ausgeräumt und viele Krümmel unter dem Tisch liegen.

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Ich habe mich manchmal gewundert, wieso ich mir an einigen Tagen wie eine lahme Schnecke vorkomme. Wieso brauche ich doch dreißig Minuten für die Brotzeitdosen der Kinder statt der geplanten fünfzehn?

Und schon bin ich im Stress, meine Aufmerksamkeit springt hin und her. Das Handy piepst, die Uhr tickt – eine riesige Flut an Informationen, Ablenkungen kommt auf. Die Filter für das Wichtige und Unwichtige funktionieren nicht mehr. Pure Planlosigkeit und Anarchie im Kopf. Weil ich versuche über meinem Tempo zu leben. Es ist schwer zu akzeptieren. Aber es tut gut, wenn man es doch schafft.

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Was ist dein Lebenstempo?  Und wie vermeidest Du es, Dich durch den Alltag zu hetzen?

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2 Gedanken zu “Nachdenklich :: Lebenstempo

  1. Wunderschöne Bilder. Und Dein Beitrag ist auch sehr schön geschrieben. Ich lebe sehr ruhig von daher ist die Alltagshetze für mich nicht alltäglich.
    Liebe Grüße. 🙂

  2. Genau das habe ich mir heute gedacht. Die To-Do-Liste ist lang und wird immer länger. Keine Ahnung, woher die ihren „Dünger“ bekommt. Ich wachte auf, freute mich über Deine Likes und schaute aus dem Fenster. Schnee. Endlich! Da fackelte ich nicht lange, ließ die ganzen To-Dos liegen und genoss jede einzelne Flocke, die sich auf meiner Kleidung niederließ. Wenn es mal wieder stressig wird, dann sage ich zu mir: Stopp! ICH bestimme! Weg mit der Strese! Ich will mein eigenes Tempo gehen. Und ich kann nur so richtig genießen, wenn ich mir die Zeit dafür nehme. Und innerlich weiß ich ja auch, die To-Do-Liste wird schon irgendwann kürzer. Manchmal heißt Delegieren das Zauberwort. 🙂
    Ich mag Deinen Blog. Und es ist ein schönes Gefühl, zu wissen, ich bin mit so manchem Gedanken nicht allein.
    LG Simone

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